Was macht BRENT!

Brandneues-Headline

Es gibt Menschen, die haben ihre liebe Not mit Redewendungen und Fremdwörtern: So ist der eine ungern das „fünfte Bein am Rad“, dem anderen „bleibt das Herz in der Hose stehen“, während wieder ein anderer gerne einmal „die harte Hand raushängen lässt“.

Einer klagt wegen seines stressigen Alltages über ein Brainoutsyndrom, hält das Fernsehprogramm für recht mausig und beschwert sich über den Flapsus seines Chefs.

Ich halte auch diese Form der Verhunzung für Kreativität, auch wenn es ungewollt und ungerichtet geschieht. Dass man Kreativität auch bewusst fördern und gezielt einsetzen kann, zeigen folgende Techniken. BRENT! stellt dir hier zwei Anwendungen vor, welche sich im Agenturalltag bewährt haben.

1. Der Urzeit-Effekt
Für die menschliche Evolution war es entscheidend wichtig, schnell Negatives und Schlechtes zu erkennen. Dies löst eine Vielzahl von Reaktionen aus und gibt Handlungsalternativen vor. Dieses Wissen machen wir uns zunutze und stellen unsere Problemstellung so um, dass wir beispielsweise nicht mehr fragen:

Was muss ich machen, um eine perfekte Veranstaltung zu konzipieren, sondern: Was mache ich, damit das eine grottenschlechte Veranstaltung wird?

Nach dem Sammeln der Argumente für den Misserfolg einer Veranstaltung werden diese positive umgekehrt und nach Priorität sortiert.
Nebeneffekt: Oftmals werden dadurch bereits eingeschlichene Fehlabläufe aufgedeckt.

Wichtig: Trotz Kreativitätspausen sollte man 30 Minuten konzentriert durchhalten. Der Moderator sorgt für eine zwangfreie Atmosphäre zur optimalen Nutzung des Gehirns. Je konkreter die Fragestellung, desto besser sind die Ergebnisse.

2. Die Osborn-Methode – kreativer Höhenflug
Als Erfinder des klassischen Brainstormings hat Alexander Osborn in den 40er Jahren einen Fragenkatalog entwickelt, mit welchem Problemstellungen aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet werden. Systematisch werden dabei neue Blickwinkel „abgearbeitet“. Diese Übersicht eröffnet oftmals vollkommen ungeahnte Möglichkeiten: Osborn-Liste einblenden

Die 10 Fragen der Osborn-Checkliste:

  1. Andere Verwendung: Gibt es alternative Verwendungen, lässt sich die Idee woanders einsetzen?
  2. Anpassen: Was ist so ähnlich wie diese Idee, zu welchen anderen Ideen regt es an, gibt es Parallelen in der Vergangenheit, wen kann ich nachahmen?
  3. Ändern: Kann man Richtung, Bedeutung, Farbe, Ton, Geruch, Form, etc verändern?
  4. Vergrößern: Kann man es größer machen, etwas hinzufügen, den Zeitraum ausdehnen, die Frequenz erhöhen, stabiler, fester, stärker machen, kann man es übertreiben, vervielfachen, verdicken, verlängern?
  5. Verkleinern: Kann man es kleiner machen, miniaturisieren, verkürzen, verflachen; kann man es leichter, heller, feiner oder tiefer machen?
  6. Ersetzen: Was oder wen kann man an der Idee austauschen; gibt es Elemente aus anderen Ländern, Zeiten, Materialien, Prozessen?
  7. Umordnen: Kann man Abschnitte, Erscheinungen, Abläufe austauschen; andere Reihenfolge, Ursache und Wirkung umdrehen?
  8. Umkehren: Was ist das Gegenteil der Idee; Rollen oder Aufgaben vertauschen; von hinten aufzäumen?
  9. Kombinieren: kombiniere Einheiten, Absichten, Bausteine, Ideen!
  10. Transformieren: Kann man es verflüssigen, verfestigen, durchlöchern, zusammenballen, ausdehnen, durchsichtig machen?

Wichtig für gute Ergebnisse ist, dass man einen möglichst konkreten Ausgangspunkt fixiert (So sieht xy aus, wie kann ich es verändern?). Diese Technik kann man auch gut alleine einsetzen.

Die drei goldenen Regeln der Kreativsitzung:

  1. keine Kritik an Ideen
  2. keine Hierarchie
  3. Quantität vor Qualität

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